Attema-Sate, ein Monument aus dem Jahre 1770

Das Gehöft

“Don’t ask yourself what the world needs.

Ask yourself what makes you come alive

and then go do that. Because what the world needs

is people who have come alive.”

(Howard Thurman)

 

Wie sieht eine neue Wohn- und Arbeitsumgebung aus, in der man ganz sich selbst sein kann? Diese Frage stellten wir uns im Jahre 2015. Die Antwort fanden wir im schönen Gaastmeer in Südwestfriesland, beim direkt am Wasser gelegenen Kopf-Hals-Rumpf-Bauernhof ‚Attema-Sate‘, dort wo die Straße endet. Weiter kommt man schon, aber nur per Rad, per Boot oder zu Fuß. Der Hof ist ein idealer Ort, um zur Ruhe zu kommen und frische Einblicke und neuen Schwung zu erhalten.

Ausgangspunkte bei der Renovierung im Jahr 2017 waren unsere Leitsätze Ruimte – Respect – Relatie (Raum – Respekt – Beziehung). In diesem Sinne wurden Landschaft (der Garten), Gebäude und Interieur umgestaltet, und in diesem Sinne können nun auch alle Nutzer das einzigartige Anwesen genießen.

Der Entwurf stammt vom Architekturbüro J.O.N.G. architecten, das auch den Bauprozess begleitet hat. Mit Hilfe des Konzepts von Studio Slow, Christien Starkenburg, wurden bei der Einrichtung verschiedene ‚Welten‘ geschaffen, deren Ausstrahlung sich mit Schlagworten charakterisieren lässt.
• Scheune/Eingangsbereich: willkommen, gastfreundlich, Überraschung, Zusammenkommen, alt & neu.
• Scheune/Wohnungen/feintekamers (Schlafzimmer): ehrlich, Erfahrung, warm, Geschichte, Einfachheit, selbstverständlich.
• Modern/Küche: Zentrum, Cockpit, glänzend, funktional, professionell.
• Monumental: Tradition, Farbe, Komfort, Familie, vielschichtig.
Die Verwendung der Materialien und Farben erfolgte in direktem Zusammenhang.

Der Bauernhof befindet sich seit 1770 an diesem Standort. Die Scheune besteht aus grobem Gebälk. Die Räume, die in die Scheune eingebaut wurden, berühren an keiner Stelle das ursprüngliche Gebälk. Die neue und alte Welt wurden hier bewusst voneinander getrennt.

Unter den Balken, wo einst die Kühe standen, kann man nun als Gast verweilen. Die Atmosphäre ist rustikal und pur. Man schläft, wie damals der Knecht, in einer „Feintekeamer“, einem kleinen aus Holzbrettern gezimmerten Raum über dem Stall. Man kann jedoch auch das Alkoven-Bett wählen.

Das Scheunendach wurde mit einer großen Öffnung versehen, die nun Tageslicht ins Innere der Scheune lässt und Ausblicke schafft. Diese Maßnahme ermöglichte auch den Bau eines großen Dachzimmers mit fantastischer Aussicht. Mit einem Aufzug ist dieser einzigartige Ort für jedermann erreichbar. Wer jedoch die Treppe nutzen kann, wird auf seinem Weg bis unters Dach mit dem Erlebnis der Gesamtansicht der Scheune, von oben bis unten, belohnt.

Eine Wärmepumpe und Sonnenkollektoren, die sich auf dem Dach des neuen Schuppens hinter dem Bauernhof befinden, sorgen für eine nachhaltige Energieversorgung des gesamten Gebäudes.

Attema-Sate ist nach einer Familie benannt, die über Generation auf dem Gehöft gewohnt und gearbeitet hat. Unter Sate versteht man ein Stück Land mit allen sich darauf befindenden, zu einem Bauernhof gehörenden Gebäuden, inklusive des Teils, der als Wohnung genutzt wird.

Bereits im 18. Jahrhundert fanden hier verschiedene wirtschaftliche Aktivitäten statt, vorwiegend landwirtschaftlicher Art. Seit dem Jahr 2000 wurde Attema-Sate in kleinem Umfang touristisch als Bed&Breakfast genutzt.

 

Margriet & Gerard Burgers

Bilder Website: Sytske Hoogterp, Anna de Leeuw, Thijs Wolzak

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